Gul gåseblom som strekker seg opp mot skyene

Färber-Kamille – Der Goldschatz im Farbgarten auf Rytne

Willkommen zur allerersten Geschichte hier auf unserem Blog, I tråd med naturen (Im Einklang mit der Natur). Mit diesem Blog möchte ich dich hinter die Kulissen von Rytne Angora mitnehmen. Hier teile ich meine Leidenschaft für traditionelles Handwerk, Angorakaninchen, die seidig weiche Angorawolle und die Farben der Natur.

Heute dreht sich alles um einen meiner absoluten Favoriten im Färbegarten: Die Färberkamille (Anthemis tinctoria). Falls du das neue Pflanzenfärbeset gekauft hast, sind es genau die getrockneten Blütenköpfe dieses Sonnenstrahls, die du mit nach Hause genommen hast.

Eine treue und historische Färbepflanze

Die Färberkamille gehört zur Familie der Korbblütler. Sie ist nicht ursprünglich in Norwegen heimisch, kam aber im 18. Jahrhundert mit importiertem Grassamen hierher. Heute findet man sie wild an Straßenrändern in Südnorwegen, aber sie ist auch zu einer sehr beliebten Gartenpflanze geworden. Sie bildet dichte Staudenbüschel mit dunkelgrünen Blättern, die frisch und krautig duften.

Wusstest du, dass Landwirte sie früher hassten? Sie galt als hartnäckiges Unkraut auf den Feldern, und die Tiere weigerten sich aufgrund des starken, aromatischen Geschmacks, sie auf der Weide zu fressen. In der Volksmedizin wurde sie auch Färberblume genannt und gegen alles Mögliche von Epilepsie bis hin zu Wassersucht (Ödemen) verwendet.

Aber für uns Färber ist sie schlichtweg ein Goldschatz. Der Artname tinctoria bedeutet auf Lateinisch "zum Färben". Bevor im 19. Jahrhundert chemische Farben aufkamen, war es diese Pflanze, die das tiefe, klare Gelb für die traditionellen Schals vieler unserer Volkstrachten lieferte. Gelber Farbstoff aus der Natur hat oft den Ruf, in der Sonne schnell zu verblassen. Doch die Färberkamille sticht hervor. Sie ist unglaublich lichtecht und behält ihre intensive Farbe extrem gut bei, wenn sie mit Alaun an die Wolle gebunden wird.

Wenn die Färberkamille im Sommer in Gelb explodiert, liegt das daran, dass die Blütenköpfe prall gefüllt mit chemischen Verbindungen sind, die Flavonoide genannt werden. Genauer gesagt enthält die Pflanze große Mengen der natürlichen Farbstoffe Apigenin, Luteolin und Quercetin. In der Natur dienen diese Stoffe als pflanzlicher Sonnenschutz, aber im Färbetopf wirken sie wahre Wunder.

Pflanzengefärbtes Garn, gefärbt mit Färberkamille

Flavonoide lieben es nämlich, sich an Metalle zu binden. Wenn du Alaun im Wasser verwendest (das Aluminium enthält), gehen die Flavonoide der Färberkamille eine chemische Verbindung mit der Wolle ein. Genau diese einzigartige Bindung sorgt dafür, dass die Farbe so unglaublich haltbar wird. Während andere gelbe Naturfarben schnell in der Sonne verblassen können, sind die Flavonoide der Färberkamille dafür bekannt, eine der lichtechtesten und strapazierfähigsten Gelbfarben im gesamten Pflanzenreich zu liefern.

So baust du deine eigene Farbe an

Das Beste an der Färberkamille ist, wie dankbar sie im Anbau ist. Hier bei Rytne hat sie einen festen Platz in der Sonne (zumindest wenn die Sonne scheint...). Hast du diese Pflanze selbst im Garten oder überlegst, sie anzubauen? Dann kannst du an diese Dinge denken:

Höhe und Stiele: Die Färberkamille entwickelt steife, gerade und oft verzweigte Stängel, die normalerweise zwischen 30 und 70 cm hoch werden. Die Blütenkörbchen sitzen einzeln und majestätisch ganz am Ende dieser langen, stabilen Stiele, was sie bei der Ernte sehr einfach abzuschneiden macht.

Horstbildende Ausbreitung: Da die Pflanze eine mehrjährige Staude ist, bildet sie dichte, solide und buschige Horste, die etwa so breit wie hoch werden (ca. 50–70 cm). Sie bleibt als treuer Busch an ihrem festen Platz im Beet.

Großzügige Selbstaussaat: Obwohl die Büsche an ihrem Platz bleiben, produziert jeder einzelne gelbe Blütenkopf über hundert kleine Samen. Die Pflanze verbreitet sich daher sehr willig und natürlich im Garten durch Selbstaussaat. Wenn die Samen ein trockenes, sonniges Plätzchen mit offenem Boden finden, schlagen sie schnell Wurzeln. Wenn du die Ausbreitung voll unter Kontrolle haben möchtest, schneide einfach die Blütenköpfe ab, bevor sie verwelken und Samen bilden – was ohnehin perfekt passt, da wir ja die frischen Blüten für den Färbetopf wollen.

Sonne und trockener Boden: Sie liebt sonnige Plätze und gedeiht am besten in durchlässigem, gerne etwas trockenem und kalkhaltigem Boden.

Oft pflücken: Je mehr du von den gelben, margeritenähnlichen Blüten erntest, desto mehr neue Knospen bildet die Pflanze. Sie blüht ununterbrochen von Juli bis zum ersten Frost.

Trocknen: Pflücke die Blüten an einem sonnigen Tag, breite sie an einem trockenen Ort aus und bewahre sie dunkel in Papiertüten oder Gläsern auf, bis der Winter kommt.


Hast du schon einmal versucht, in deiner Küche mit Pflanzen zu färben, oder hast du Fragen zum Prozess? Hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag, ich werde so schnell wie möglich antworten :)

Quellen: Fakten zur Geschichte der Pflanze, Botanik und Flavonoid-Chemie stammen aus dem Store norske leksikon, dem Planteverkleksikonet, dem Institut für Biowissenschaften der Universität Oslo (UiO) und dem norwegischen Kunsthandwerksverband (Norges Husflidslag).

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